Carementino Ratgeber

Was steckt wirklich im Mähnen- und Schweifspray?

bis Mona Giesen auf May 14, 2026

Was steckt wirklich im Mähnen- und Schweifspray?

Als ich mein eigenes Pferd Titus gekauft habe, bin ich relativ am Anfang direkt auf Herausforderungen in der Pflege gestoßen – juckende Schweifrübe, stumpfes Fell und Hautpilz. Meine meine erste Reaktion: Produkt wechseln. Meine zweite Reaktion, nach einigen weiteren Versuchen ohne Verbesserung: die Inhaltsstoffe lesen.

Was ich dort gefunden habe, hat mich ehrlich gesagt überrascht. Und ich sage das als jemand der vorher nie wirklich auf die Rückseite einer Pflegeflasche geschaut hat.

Hier sind 5 Inhaltsstoffe die ich seitdem konsequent meide – und warum.

1. Silikone (erkennbar an Endungen wie -cone, -siloxane, -xane)

Silikone sind der Klassiker im Mähnenspray. Sie machen das Haar kurzfristig seidig, glänzend und leicht kämmbar – was sie für die meisten Produkte zur ersten Wahl macht. Das Problem: Silikone legen sich wie ein Film um jedes einzelne Haar. Dieser Film schützt nicht, er versiegelt. Pflanzliche Wirkstoffe kommen nicht ans Haar, Feuchtigkeit kann nicht eindringen, der natürliche Haaraufbau wird langfristig geschwächt. Wer regelmäßig silikonhaltige Sprays nutzt, braucht mit der Zeit immer mehr davon – weil das Haar immer trockener und spröder wird unter dem Silikon-Build-up.

Für empfindliche Pferde oder Ekzemer kann das die Reizung zusätzlich verstärken.

2. Parfüm 

Der Begriff "Parfüm" auf einem Produktetikett klingt harmlos. In der Realität ist er eine Sammelbezeichnung die hunderte verschiedene Einzelsubstanzen verbergen kann – Hersteller sind nicht verpflichtet, die einzelnen Duftstoffe auszuweisen. Bei Tierpflegeprodukten gilt das noch stärker: anders als bei Humankosmetik gibt es für Tierpflege keine INCI-Kennzeichnungspflicht nach EU-Kosmetikverordnung.

Was das bedeutet: Du weißt also oft nicht wirklich was du deinem Pferd auf Fell und Haut bringst. Einige Duftstoffverbindungen können Hautreizungen, Juckreiz oder allergische Reaktionen auslösen – besonders bei ohnehin sensiblen Tieren.

3. PEG-Verbindungen

PEG steht für Polyethylenglykol und taucht in Pflegeprodukten als Emulgator auf – also als Stoff der Wasser und Öl miteinander verbindet. Das Problem: PEG-Verbindungen können die Hautbarriere durchlässiger machen. Was theoretisch bedeutet, dass andere Inhaltsstoffe – auch unerwünschte – leichter eindringen können. Für gesunde Haut kein großes Thema, für gereizte oder vorgeschädigte Haut wie bei Ekzem-Pferden schon eher.

4. Mineralöle & Paraffine

Mineralöle sind günstige Füllstoffe die das Fell kurzfristig weich und glänzend aussehen lassen. Ähnlich wie Silikone bilden sie aber eine Schicht auf dem Haar die echte Pflege blockiert. Sie pflegen nicht, sie kaschieren. Langfristig kann das das Fell austrocknen und spröde machen.

5. Synthetische Konservierungsstoffe

Produkte mit einem hohen Wasseranteil brauchen Konservierungsstoffe. Manche davon – zum Beispiel bestimmte Parabene oder Isothiazolinone – stehen im Verdacht Hautreizungen auszulösen, insbesondere bei häufiger Anwendung oder empfindlicher Haut.

Was ich stattdessen tue

Als Titus anfing zu reagieren, habe ich lange nach einem silikonfreien, parfümfreien Mähnenspray gesucht das wirklich pflegt statt nur zu beschichten. Ich habe nichts gefunden das alle meine Anforderungen erfüllt hat – also habe ich gemeinsam mit meinem Partner, der Experte für Naturkosmetik ist, Wonder Hair entwickelt.

Aloe Vera, Ringelblume, Schafgarbe, Kamille, Weißdornblüte und Löwenzahn statt Silikone und Parfüm. Entwickelt nach Human-Kosmetik-Standards. Getestet an meinem eigenen empfindlichen Pferd.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Schau auf die Inhaltsstoffliste – auch wenn sie bei Tierpflegeprodukten oft fehlt oder unvollständig ist. Gute Zeichen: konkrete Pflanzenextrakte (Aloe Vera, Ringelblume, Kamille), kein "Parfüm" als Sammelbezeichnung, kein "-cone" oder "-siloxane" in der Liste.

Und wenn gar keine Inhaltsstoffliste vorhanden ist? Dann ist das bereits eine Information.

 

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